Marienkäfer
BORNHOF
Biolandbau aus Überzeugung
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Perspektiven

Aartal- Erlebnis-Park

Aaartal erleben

Im Zuge der Planungen zum Projekt Aaartal-Erlebnisweg sind auch wir Landwirte Beteiligte. Schon heute nutzen viele SpaziergängerInnen und RadfahrerInnen die schon vorhandene Wegestruktur, um im Aartal in der Natur sein zu können. Die Infrastruktur müssen sie sich z.B. mit PKWs auf Straßen und Traktoren auf landwirtschaftlichen Wegen teilen.
Mitunter muss der Landwirt in wassergefüllte Schlaglöcher neben dem Feldweg ausweichen, um dies dem Radfahrer oder der Seniorin mit dem Rollator zu ersparen.
Das soll nun anders werden. Die Stadt plant einen zusammenhängenden Erlebnisweg durch das gesamte Aartal auf Stadtgebiet.
Im Bereich unseres landwirtschaftlichen Betriebes wird dieser Weg mit bisher noch ungeklärtem Verlauf vorbei führen. Derzeit sind drei Varianten angedacht: auf der Dornbornstraße, durch das darunter gelegene Grünland und auf der in Aar-Stromrichtung links gelegenen Seite.

Aartal_erleben_Karte.png

Radwegvarianten-zum Vergrößern anklicken

Die beiden ersten Varianten würden eklatant in unseren landwirtschaftlichen Betrieb eingreifen, da das unterhalb der Dornbornstraße gelegene Grünland zur Bergung von Winterfutter und zur Beweidung unseres Milchviehs genutzt werden muss. Die Kühe würden 4 Mal täglich einen dort verlaufenden Radweg kreuzen:
Zum Morgenmelken, zum Weidegang nach dem Morgenmelken, zum Abendmelken und zum Weidegang über Nacht.
Schon bei jetziger Praxis bedeutet das: Kuhscheiße auf dem Weg, Wartezeiten, bis die letzte Kuh den Weg gequert hat. Würde nun in diesem Bereich ein Radweg ausgewiesen, könnten Wartezeiten Stirnrunzeln oder Kuhfladen eine Ausrutschgefahr bedeuten oder besonders sportliche Teilnehmer in die Absperrung rasen. Juristische Auseinandersetzungen wegen eines auf Kuhfladen ausgerutschten Bikers?

In der zweiten Wege-Variante durchschnitte der Weg die beweidbare Fläche in zwei Teile und würde den Kühen die Möglichkeit nehmen, den Schatten am Ufer der Aar unter den Bäumen aufzusuchen. In zunehmend heißen Sommern würden die Tiere in der Sonne braten oder aber müssten in den Stall geholt werden.

Hundehalter flanierten gerne auf diesen Wegen. Dass es auch mit freilaufenden Hunden – der will nur spielen – mit Großvieh unliebsame Begegnungen geben kann, ist Manchem nicht bewusst. Waldi´s sorgfältig in Tütchen verpackte Hinterlassenschaften samt darin eventuell enthaltenen Parasiten werden gerne auf unseren Wiesen entsorgt, wie unzählige Funde belegen. Wenn das Mähwerk da mal reinrauscht, wird der Beutel zerfetzt und dessen Inhalt kommt dann bei den Kühen auf den Futtertisch. Guten Appetit, Lisa.

Es ist also nicht so einfach, Freizeitinteressen der BürgerInnen und die Interessen der Landwirte unter einen Hut zu bekommen. Dabei sind es die hiesigen Landwirte, die für regionales Schaffleisch, Schafwolle, Rindfleisch, Milch, Eier, Gemüse und andere Produkte sorgen. Vor allen Dingen sind sie es, die die Stadt Taunusstein zu dem machen, was diese für sich zu sein reklamiert:

Die Stadt im Grünen.

Denn ohne unsere Nutzung gäbe es keine grünen Wiesen, keine Kühe auf der Weide, keine grasende Schafherde, kein leuchtend gelbes Rapsfeld, kein im Wind wogendes Getreidefeld, nichts also, weswegen auch NaturliebhaberInnen gerne mal innehalten.
Nutzung bedeutet aber auch, dass mal der Mist der Tiere ausgebracht werden muss, dass mal ein Weg mit dreckigen Traktorreifen überquert werden muss, dass in der Erntezeit der Mähdrescher raus muss und der dann bis 23:00 Uhr lärmt, weil das Wetter umschlägt. Dass da nicht alles wie in der Empfangshalle des 4-Sterne-Hotels aussehen kann, bedarf keiner Betonung.

Die Bauernhöfe wurden in den 1960er Jahren aus den Dorfkernen „ausgesiedelt“, um dort ungestört ihrer Arbeit nachgehen und um wachsen zu können, was im Dorfkern nicht möglich war. Jetzt werden die Aussiedlerhöfe teilweise vom städtischen Siedlungs- und Erholungsgebiet eingeholt.

Es wird Nachhaltigkeit gefordert, biologischer Landbau, Blühwiesen, Wohlfühloasen in der eigenen Umgebung. Der Zielkonflikt besteht darin, dass auch wir Landwirte Ansprüche haben. Unser Einkommen erwirtschaften wir in einem eng getakteten Arbeitstag auch an Wochenenden und Feiertagen.
Der Klimawandel macht uns zu schaffen.
Böse oder zumindest unverständige Blicke beim Ausfahren von Jauche und Mist sind keine Seltenheit mehr.

Das Alles sollten Rad-/Wander-/Erlebnis-Hungrige bedenken, wenn sie sich durch die von uns geschaffene Kulturlandschaft bewegen, uns begegnen und vielleicht auch von Unstimmigkeiten zur Trassenführung des Erlebnisweges hören.

Bornhof

Bornhof GbR

Dornbornstraße 10
65232 Taunusstein-Wehen

Tel.: (06128) 86788
Mail: Kontaktformular

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