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Unsere Legehennen

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Weizen picken im frisch gereinigten Hühnerstall

Wenn Sie sich für die komplizierten Zusammenhänge rund um die ökologische Legehennenhaltung interessieren, sei Ihnen nachfolgender Text empfohlen. Sie erfahren darin,

  • wie unsere Hühner so leben
  • was außer dem Futter alles bestimmt, ob sich das Ei "bio" nennen darf
  • welchen Hintergrund das Töten männlicher Küken hat und wie Bioland versucht, Antworten zu finden.

Nehmen Sie sich die Zeit, den Artikel zu lesen, dann verstehen Sie mehr von uns und von der Legehennenhaltung allgemein!

Antonia, Berta, Waltraut & Co.

Nach all den unangenehmen Bildern aus Hühnerställen möchten wir Ihnen gerne unsere fleißigen Mädels einmal vorstellen und Ihnen zeigen, wie Henne hier so lebt.

Unsere Legehennen brüten wir nicht etwa selbst aus, das ist eine diffizile Angelegenheit, die wir denen überlassen, die sich damit auskennen. Schon Jahre lang beziehen wir 18 Wochen alte Hennen vom Bioland-Geflügel-Aufzüchter Familie Jens Bodden. Unsere zwei Ställe werden etwa 2-jährlich mit Junghennen bestückt und zwar in jedem Jahr nur ein Stall, damit der andere Stall weiter legen kann und uns die Eier nicht ausgehen.

Bevor die Hennen in den Stall einziehen, müssen die alten Platz machen. Nach zwei Jahren aus unserer Sicht glücklichem Hühnerleben mit 6-wöchiger Erholungskur in der Lebensmitte werden sie geschlachtet und liefern noch Fleisch für sehr schmackhafte Hühnersuppen.

Der leere Stall wird komplett gereinigt und desinfiziert, ebenso der sogenannte Wintergarten und der erste Teil des Freilandauslaufes. Wenn dann alles renoviert ist, werden die Junghennen angeliefert. Sie wurden in einem ähnlich aufgebauten Stall aufgezogen, trotzdem ist erst mal Alles neu: die Türe, die nach innen aufgeht, das Eiersammelband, die Nester. Unbekannte Bewegungen führen schnell mal zu Angstreaktionen.

Man muss sich etwas Zeit nehmen, damit die Hennen ihren Betreuer kennen lernen können, mit ihnen reden, dann lassen sie sich nach einer Weile streicheln und auf den Arm nehmen. Spannend ist immer, ob sie kapieren, wo sie ihre Eier hinlegen sollen. Es gibt Grüppchen, die sich in den Kopf gesetzt haben, dass man Eier auf die Kotgrube legt und nicht ins Nest. Bodeneier sind unerwünscht, da sie schnell dreckig werden und dann nur noch als Backeier taugen. Hartnäckige Bodenleger können einen schon mal an den Rand des Wahnsinns treiben...

Ihr Tagesablauf gestaltet sich folgendermaßen:
Da die Hennen 14 Stunden Licht am Tag benötigen, damit sie überhaupt Ihre Leistung bringen können, stehen unsere Mädels im Winter mitten in der Nacht auf, um dann gegen 16°° die Nachtruhe auf ihrer Stange anzutreten. Das Kunstlicht verlischt und mit der Resthelligkeit des Tages finden sie ihren Schlafplatz.

Das Eierlegen ist das Morgen-Geschäft. Bis ca. 11°° haben die Hennen bis auf einzelne ihre Eier gelegt. Dann ist geselliges Sandbaden und Scharren im Auslauf angesagt. Beim Sandbad sucht die Henne eine trockene Mulde auf und bewirft sich mit grotesk aussehenden Bewegungen mit Staub und Sand, der dann ins Gefieder gerüttelt wird, um lästige Haarlinge etc. loszuwerden. Das Sandbad findet durchaus in geselligen Grüppchen statt.

Den Auslauf angenehm und interessant für die Hennen zu gestalten ist schwierig. Da sie aus einer grünen Wiese innerhalb kürzester Zeit eine braune „Wüste“ machen, muss ihnen viel Platz eingeräumt werden, damit es einigermaßen grün bleibt. Jedes Jahr verlieren wir etliche Hühner an die Greifvögel, was man auch nur aufwändig mit Netzen, Flugdrachen o.ä. mit bescheidenem Erfolg verhindern kann. Die Verluste an Fuchs und Greifer können bis 10% betragen!

Gefüttert werden die Mädels automatisch. 6 Mal am Tag läuft in einem Futtertrog eine Endloskette, die aus dem Vorratsbehälter immer etwas Futter mitnimmt. Das Futter besteht aus eigenem Getreide (Hafer, Gerste, Weizen, Triticale), eigenen Eiweißkomponenten (Bohnen, Erbsen), einem Bioland-zertifizierten Eiweißergänzer (Ölsaatenexpeller, konventioneller Maiskleber - bis 31.12.2017 5% der Gesamtration), einer Kalk-Mineralstoffmischung und etwas Bio-Futteröl zur Staubbindung.

Das Futter wird alle drei Wochen frisch auf dem Hof von einem Lohnunternehmer geschrotet, gemischt und dann ins Vorratssilo geblasen, von wo aus es dann den Hühnern vorgelegt wird. Zum sogenannten Legemehl im Trog bekommen die Hennen dann noch ganze Körner in die Einstreu oder den Auslauf. Das Körnerpicken lieben sie über alles.

Die begehrten Eier legen sie in Einzelnester, wobei ein Nest 5 Hennen zur Verfügung steht. Da sie nicht alle gleichzeitig legen, sondern sich täglich ihr Nest suchen und es sich erst einmal bequem machen, geht das auch gut nacheinander. Das Nest hat einen geneigten Boden, von dem das Ei auf ein Band abrollt. Früher hatten wir auch mit Spelz eingestreute Familiennester, die zwar kuschelig sind, die Eier bleiben jedoch in Reichweite der Henne. Bei Junghennen ist das kein Problem, da sie hartschalige Eier legen, die nicht so schnell kaputt gehen. Die Althennen legen aber dünnschaligere Eier, die dann von den Hennen als Delikatesse aufgehackt werden. Das ist ärgerlich und eine Riesensauerei, da im Nest die anderen Eier verschmutzt werden und nicht wenige Eier den Eierfressern zum Opfer fallen können.

Die Ställe werden täglich kontrolliert, Bodeneier abgesammelt, eventuell verendete Tiere entfernt. Dies geht etwa ein Jahr lang so. Die Hennen lassen aufgrund der enormen Leistung, die dieses Eierlegen darstellt, dann mit der Leistung nach. Auch haben sie „Federn gelassen“, das ist völlig normal. So nackte Hennen, wie teilweise in den Medien zu sehen waren, gibt es bei uns nicht.

Die Bornhof-Hennen machen dann eine Erholungskur: Sie werden mittels Futter- und Lichtprogramm (nur noch Tageslicht Anfang Januar) gemausert. Das heißt, sie hören innerhalb von 10 Tagen mit dem Legen auf und werden dann nach genauem Aufbauplan in die Mauser geführt. Sie verlieren tatsächlich einen Großteil ihres Gefieders und nach kurzer Zeit schieben sie neue „Kiele“ mit in einem zarten Hüllchen eingepackten Federn. Das sieht tatsächlich etwas vorsintflutlich und saurierhaft aus. Nach etwa 6-8 Wochen sind die Hennen wieder voll befiedert und sehen aus wie neu. Nach dieser Erholungsphase geht es in die zweite Runde Eier Legen, bis dann nach einem weiteren ¾ Jahr die Legeleistung wieder soweit sinkt, dass es unwirtschaftlich wird.

Die Berichte zu Überbelegungen in konventionellen, aber auch in Bio-Ställen und die damit verbundene Aberkennung des Bio-Erzeugerstandards trifft die gesamte Branche hart. Der Verbraucher traut mittlerweile kaum einem Landwirt mehr über den Weg, Boulevard-Medien bilden mit kaum überprüfbaren „Fakten“ Leser und Zuschauer mangels behaupteten staatlichen Versagens zu Experten aus, die jetzt in der ganzen Republik nach verdächtigen Betrieben schauen können, selbst in Herden von 400 Hennen beherbergenden Ställen Massentierhaltung und Überbelegungen wittern.

Ein Problem ist, dass dem Verbraucher seit Jahr und Tag Eierpackungen von glücklich in grünem Gras scharrenden Freilandhühnern oder Milchpackungen von glücklich auf der Bergalm weidenden Kuh mit Hörnern präsentiert werden. Wer den Unsinn auf der Packung glaubt, stürzt nun in einen Abgrund der Realität. Auch in Hühnerställen, die nur 400 Hennen beherbergen, kann die Luft mal schlecht sein. Wenn die Hennen auf ihrer Stange sitzen, ist da nun mal kein Meter Platz zwischen zwei Hennen.

Wenn die Hennen Weizen in den Scharraum gestreut bekommen, ist der Boden eben bedeckt mit Hennen. Danach verläuft sich der Pulk wieder: manche gehen Fressen, manche ruhen auf der Stange, welche gehen in den Wintergarten oder in den Freilandauslauf oder legen einfach mal ein Ei. Aber wer nur einzelne, hübsch braune Hennen in frischem, saftigem Gras erwartet, in dem beschaulich Henne, Hahn und Küken unbeschwertes Familienglück erleben, gibt sich einer Illusion hin. Sollte es so aussehen, müsste dann das Ei mindestens 1€ kosten. Dafür kann man den 100 Hennen, von denen der Landwirt dann leben soll, vielleicht auch noch ab und zu eine Gute-Nacht-Geschichte lesen.

Unsere Ställe entsprechen, was die Fressplatzbreite, die Stallfläche, die Ausflugklappenbreite, die Freilandfläche, die Anzahl der Legenester, die Sitzstangenlänge und die Größe des Scharrraums als bauliche Parameter angeht, den Bioland-Richtlinien. Somit können Sie sicher sein, dass sämtliche Anforderungen an Futter, bauliche Anlagen und sonstige Anforderungen des Bioland-Verbandes erfüllt werden.

Einen Teil der Brüder unserer Hennen ziehen wir nun selbst auf.
Lesen Sie hier mehr.

Freilandhuehner1.jpg

Freilandhühner

Freilandhuehner2.jpg

wo ist der Weizen?

Hahn.jpg

der Hahn passt auf

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