Das liebe Vieh
Rund 45 Rinder, ca. 950 Legehennen und kleinere Gruppen Puten und Hähnchen sind unsere Lieferanten für Fleisch, Milch und Eier. Sämtliche Betriebsbereiche genügen den Bioland-Richtlinien – unser jährlich neu vergebenes Bioland-Zertifikat finden Sie HIER.
Dementsprechend haben alle unsere Rinder im Sommer 'Tag- und Nacht-Weide', im Winter bewegen sie sich im Laufstall und liegen auf der durch Zersetzungsprozesse sich selbst erwärmenden Stroh-Mist-Matratze, also auf 'Fußbodenheizung'.
Das Geflügel hat Zugang zum Freiland-Gehege. Den Legehennen gestatten wir nach einem Jahr bei uns die 'Mauser', eine Art Kur für strapazierte Hühner. Danach sehen sie aus "wie neu" und legen dann nocheinmal 9 Monate.
Die Weidemilch unserer Milchkühe liefern wir an die Upländer Bauernmolkerei, die uns Bauern als Miteigentümern möglichst faire Preise auszahlt.
"Weidemilch" bedeutet hier: Milch von Kühen, die überwiegend Weidegras, Heu und Ackerfutter wie Klee und Luzerne zu fressen bekommen. Einen bewertenden Kommentar von Prof. Ton Baars (Uni Kassel) zum Thema Bio-Weidemilch lesen Sie hier.
Upländer Bauernmolkerei – was aus unserer Milch wird:
Upländer Bauernmolkerei – Maschinen from Markus Gabriel on Vimeo.
Die Mutterkühe ziehen im Gegensatz zur Milchkuh ihr Kalb selbst auf. Nach etwa zwei Jahren erreichen die Masttiere ihr Schlachtgewicht und werden dann ohne große Transportwege im Bioland-Schlachthof der Domäne Mechtildshausen in Wiesbaden geschlachtet. Auf stressarme Verladung und Behandlung des Tieres bis zur und bei der Schlachtung wird großer Wert gelegt.
Prophylaktischer Antibiotikaeinsatz als Futterzusatz ist verboten. Antibiotika können jedoch, um Tieren bei Erkrankungen Leiden zu ersparen, nachdem andere Therapien nicht angeschlagen haben oder wenn akut Leben bedroht ist, eingesetzt werden. Es ist dann die doppelte Wartezeit, die für das Präparat vorgeschrieben ist, abzuwarten, bis das Tier wieder Bioland-Lebensmittel liefern darf.
Wenn genügend Zeit ist, soll erst geprüft werden, welches Präparat wirklich wirksam ist, bevor blind mit Antibiotika um sich geworfen wird und damit Resistenzbildung begünstigt wird.
In unserer Geflügelhaltung haben wir noch nie Antibiotika eingesetzt.
In der Rinderhaltung beschränkt sich ein Einsatz auf die Einzeltierbehandlung, nachdem andere Behandlungsversuche nicht anschlagen und die Unterlassung der Behandlung dem Tier Leid oder den Tod bringen würde.
Die Tiere halten wir nach dem Motto ' Erst Streicheln, dann Aufessen ', was vielleicht für manch Einen wie Hohn klingen mag. Glückliches Leben gegen gutes Fleisch – ist jedoch ein Angebot, das nicht selbstverständlich ist. Dass dafür Tiere sterben müssen, ist auch für uns nicht leicht. Menschen, die am Tod eines Tieres für ihr Essen nicht verantwortlich sein wollen und deswegen auf Fleisch verzichten, respektieren wir.
Biolandwirtschaft ohne das Rind als Verwerter der für den Menschen an sich wertlosen Gräser und Kleepflanzen ist für uns keine runde Sache. Unsere Kulturlandschaft mit gepflegten, grünen Wiesen und Weiden wäre ohne diese Grünfutter-Fresser nicht so, wie wir sie kennen und lieben. Gerade reine Grünlandstandorte wie das Allgäu oder Mittelgebirgsweiden würden ohne unsere Nutztiere nicht den gegenwärtigen Reiz ausüben. Hochgebirgsweiden würden ohne sie sogar erodieren, da die jährlich abgehenden Lawinen mit den im Schnee 'eingebackenen' hoch aufgewachsenen Gräser diese Grasnarbe mit wegreißen würden. Kräftiger Regen besorgt dann den Rest.
Kraulen und Kratzen ab frühestem Alter kommt bei vielen Rindern gut an. Die Tiere, die bei uns ihre Hörner tragen dürfen, werden durch menschlichen Kontakt zutraulicher und auch im täglichen Umgang weniger wild und damit weniger gefährlich.
Seit einigen Jahren setzen wir Effektive Mikroorganismen (EM) in der Fütterung und der Mist- und Jauchebehandlung ein. EM – fermentiertes Futter wird von den Tieren lieber gefressen, die Tiere sind gesund und zeigen eine hohe Leistungsbereitschaft. Die EM-Kultur wird auf dem Hof aus der Urlösung selbst hergestellt und dann z.B.bei der Silagebereitung eingesetzt, sowie in den Ställen versprüht. Die Grundidee dahinter: Es gibt etwa 10% krankmachende (pathogene) und 10% aufbauende (probiotische) Bakterien. Die restlichen 80% sind unentschlossen (indifferent) und schließen sich dem vorherrschenden Milieu an. EM beeinflusst die mikrobiologische Umwelt in der Art, daß die aufbauenden Mikroorganismen vorherrschend werden, Krankheitserreger zurückgedrängt werden und Fäulnis verhindert wird. EM ist gentechnikfrei und für den ökologischen Landbau zugelassen.
| Über die vielfältigen Anwendungsgebiete von EM im täglichen Leben finden Sie im Internet jede Menge Informationen. Achten Sie aber auf das Label des Original-Produktes: |

